Montag, 5. Juni 2017

Die Welt entdeckt die Emotionen wieder



Ich bin kein Fan von Werbung – obwohl ich (auch) im Marketing tätig bin und normalerweise gehe ich in Werbepausen auf die Toilette, spiele mit meinem Hund oder hole mir etwas zu trinken, nur um die – meistens langweilige – Werbung nicht anhören zu müssen. 
 
Möglicherweise bin ich etwas Tante-Tilly geschädigt, die mich in der Kindheit mit ihren in Spülmittel getauchten Fingern schon wahnsinnig machte. Ganz abgesehen davon, welche Auswirkungen diese Werbespots von damals hatten, hat Tante Tilly uns doch beigebracht, das die Chemie des Spülmittels gar nicht so schlimm ist, wie manche behaupten. 

Auch viele andere Marken haben uns in den letzten Jahrzehnten seltsame Botschaften übermittelt. Zucker ist ein Grundnahrungsmittel, die Wimpern müssen immer schon lang sein, Haare färben gehört zum guten Stil und die Autos sollten schön groß und möglichst protzig sein, das ist gar nicht so schlimm für die Umwelt, wie manche Leute meinen. Und das Fertigprodukte das Nonplusultra sind, versteht sich doch von selbst: einfach Packung aufreißen, ab in den Ofen und zwischendurch kann man sich noch ein bisschen um die Kinder kümmern, die eigentlich viel besser damit bedient wären, zu erfahren, wie man eine Paprika wäscht und mundgerecht zerschneidet.

Was ich mich immer frage: Ist es wirklich toll, immer schöner zu werden, immer gestylter topschick angezogen aufzutreten? Müssen wir wirklich immer mehr und immer schneller konsumieren, um auf dem neuesten Stand zu sein? Müssen wir wirklich jedem Trend folgen oder dürfen wie auch mal scheinbare Rückschritte machen?

Da kommt mir doch eines gerade wie eine kleine Erlösung vor, denn die Werbebranche entdeckt echte Emotionen wieder. Da werden neuerdings keine platten Sprüche runtergeleiert, die Bedarf erwecken, wo eigentlich gar keiner da ist, es wird sich Gedanken gemacht um das, was wir wirklich – wirklich! – wollen. Ein bisschen mehr Sicherheit beim Autofahren, gesunde, selbstbewusste Kinder, Miteinander und ehrliche Kommunikation, persönliche Erfolge, die wir mit anderen teilen dürfen und Erlebnisse, die uns lange im Gedächtnis bleiben. Und das ganze zum Teil mit aufwändig gemachten Kurzfilmen, die uns berühren, zu Herzen gehen, die uns wachrütteln und im positiven Sinne treffen. 

Auf moderne Art und Weise kommen wir wieder mit den persönlichen Geschichten in Kontakt, so wie einst die Menschen abends am Lagerfeuer die Sagen und Legenden weitertrugen und überlieferten, wird genau das heute wiederentdeckt, denn die Zeiten des Storytelling brechen (wieder) an. Und das bedeutet, dass wir einem globalen Wandel entgegen gehen – einem Wandel, der Herz und Emotionen wieder zum Leben erweckt, weil das Herz immer über den Verstand siegt.

(c) Gudrun Anders, Aachen.
Blog zu Storytelling: www.life-is-a-story.de 

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